Bersenbrücker Kreisblatt, Ausgabe vom 14. März 2014 Seite 20, Ressort Lokales

Schüler zählen den Wildbestand

Biologie-Leistungskurs im Krippenfeld bei Schwagstorf unterwegs
pm Fürstenau. „Da hört man echt die Mäuse husten“, berichtet Olivia Zilke, Schülerin des Biologie-Leistungskurses aus dem 13. Jahrgang der Integrierten Gesamtschule Fürstenau. „Und ein bisschen unheimlich wird es in der Dämmerung auch.“
Was war geschehen? 23 Schüler der IGS haben sich gemeinsam mit ihrem Kurslehrer Stephan-Heinrich Flohr im Krippenfeld bei Schwagstorf versammelt. Nachdem im Unterricht Themen wie naturnaher Waldbau, nachhaltige Waldwirtschaft unterschiedlichste Populations- und Nahrungsbeziehungen und vieles mehr besprochen worden waren, war es an der Zeit, jenseits der Kreide- und Folienbiologie das für das Abitur angehäufte Wissen erfahrbar werden zu lassen.
Wolfram Buchwald, Revierleiter der Revierförsterei Westerholte und damit zuständig für das Revier „Krippenfeld“, erläuterte den Schülern vor Ort zunächst die Bedeutung des Forstes für das Land Niedersachsen und in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung der Jagd in den Landesforsten. „Wenn im Landesforst nicht entsprechend gejagt wird“, so der Revierförster, „zahlt am Ende der niedersächsische Steuerzahler die Zeche, weil das Land weniger Einnahmen aus seinem Waldbesitz erwirtschaftet.“
Weiterhin machte Wolfram Buchwald den Schülern deutlich, wie wichtig das Zählen des Wildbestandes ist, denn nur wenn die Zahlen von Wild und Forstfläche in einem positiven Verhältnis stehen, ist beiden gedient: Wild und Wald. Der Jagdpächter des Krippenfeldes, Berthold Zumdohme aus Fürstenau, erläuterte den Schülern deshalb den Ablauf des Jagdbetriebes in den Landesforsten und wies auf einige Verhaltensregeln während der Wildzählung hin.
Als dann auch das geklärt war, verteilten Sekundarstufen-II-Leiter Stephan-Heinrich Flohr und Berthold Zumdohme – beide verantwortliche Kontaktpersonen des Hegerings Fürstenau für die Schulen – unter Mithilfe von Werner Runschke aus Ankum die 23 Schüler im Revier. Mit Wildzählungsformularen, Kugelschreibern und warmen Decken ausgerüstet, erklommen die Schüler meistens allein, teilweise zu zweit die zugeteilten Ansitzeinrichtungen.
Als die Schüler drei Stunden später wieder zusammenkamen, waren die Anblicke und Erfahrungen durchaus unterschiedlicher Natur: Neben Dam- und Rehwild sichten die Schüler einige Hasen und Kaninchen sowie Niederwild. Anderen war einfach nur kalt. Eine Meinung herrschte aber bei den meisten vor: „Eine Erfahrung war es allemal.“ In den Abendstunden teilweise allein im Wald sitzen, der hereinbrechenden Dämmerung nachspüren und dem Vogelgesang lauschen, das war für viele Schüler des Biologie-Leistungskurses doch eine neue Erfahrung.
Bei der Auswertung und Abschlussbesprechung im Hause Flohr hatte dann ein jeder die Gelegenheit, die gewonnenen Eindrücke auszutauschen und die kalten Knochen wieder aufzuwärmen. Ein sinnvoller Abend mit schönem Ende.

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