Bersenbrücker Kreisblatt, Ausgabe vom 20. September 2011, Seite 13, Ressort Lokales

Als das Schuldach einstürzte

Das zweite Jahrzehnt der IGS: Große Erfolge und traurige Ereignisse
simk Fürstenau. Viele Jahre lehrte Ulrich Neumann an der Integrierten Gesamtschule Fürstenau. Nun genießt er gemeinsam mit seiner Ehefrau Syelle den verdienten Ruhestand. In Fürstenau ist er auch durch sein Engagement für die Spielvereinigung bekannt und beliebt. Er hat für das „Bersenbrücker Kreisblatt“ auf das zweite Jahrzehnt der IGS zurückgeschaut, die am Freitag ihr 40-jähriges Bestehen feiert.
Die Turbulenzen des ersten Jahrzehnts hatten sich gelegt (wir berichteten). Eigentlich hätte die Schule in ruhiges Fahrwasser gleiten können. Die ersten Abiturienten hatten die Schule bereits verlassen. Ein pädagogisches Konzept lag vor. Die vier Bauabschnitte waren abgearbeitet, während der Traum vom Hallenbad zerplatzte und damit keine neue Baustelle aufgemacht werden musste. Und dennoch gestaltete sich das Schulleben erneut spannend. Dabei ist Volker Neumann das Mittelalterfest vom 23. bis 25. September 1983 besonders lebhaft in Erinnerung. Ein nie erlebter Besucherstrom von rund 3000 Menschen schob sich durch die Flure der Schule. Ein Zeichen von Akzeptanz und Erfolg. Doch an einem Montagmorgen im Jahre 1984 gab es für Schüler und Lehrer eine böse Überraschung: Teile des Schuldaches stürzten über das Wochenende ein und verwandelten die Schule in eine Trümmerlandschaft. „Totalrenovierung muss sein – Schulbetrieb läuft provisorisch weiter“ lautete die Schlagzeile im Kreisblatt. Der bis zum Mittag verkürzte Unterricht fand in der Folgezeit in der Sporthalle, in den Umkleidekabinen, in den Gemeindehäusern und sogar in der Pommern-Kaserne statt. „Das Vergnügen hielt sich in Grenzen“, kommentiert Ulli Neumann diese Zeit. Dann – Mitte der 80er-Jahre – starb völlig unerwartet der allseits beliebte und angesehene Schulleiter Thilo Herrmann. Die Schulgemeinschaft war schockiert.
Ende der 80er-Jahre gelang unterdessen dem Lehrer Manfred Schmidt und einer Schülergruppe ein toller Erfolg. Der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker überreichte ihnen den ersten Preis des Geschichtswettbewerbes „Unser Ort – Heimat für Fremde?“
Auch sonst ging es voran. Der Einzugsbereich der IGS wuchs. Sogar aus Nordrhein-Westfalen und dem Emsland kamen Schüler. Das Kollegium gestaltete sich international. Austauschlehrer aus Schottland und den USA unterrichteten an der Schule.
1989 fiel der Eiserne Vorhang. Erste Kontakte in den offenen Osten Deutschlands entstanden, und 1990 fanden sich zum ersten Mal Kinder aus der ehemaligen Sowjetunion an der IGS ein. Auch so ein besonderer Moment (Morgen folgt das dritte Jahrzehnt).

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